Planung von vier Stützbauwerken an der Strecke 6686 Hockeroda – Wurzbach
An der eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecke 6686 Hockeroda–Wurzbach in Thüringen wurden vier bestehende Stützbauwerke planerisch bearbeitet. Die Bauwerke befinden sich bei km 6,370, km 11,430, km 12,145 und km 17,237 und sind Teil eines Maßnahmenpakets zur Ertüchtigung mehrerer Stützwände entlang der Strecke. Die vorhandenen Bauwerke weisen alters- und zustandsbedingte Schäden auf, unter anderem Mauerwerksausbrüche, Entfestigungen, Kipp- bzw. Brucherscheinungen sowie Beeinträchtigungen durch Bewuchs und Wasserzutritt.
Für die einzelnen Standorte wurden standortbezogene Lösungen vorgesehen: eine tangierende Bohrpfahlwand im Bereich der Sormitz, eine vorgesetzte Gabionenwand, eine tiefgegründete Stützwand mit Bohrpfählen sowie eine Böschungsstabilisierung mittels Bodenvernagelung und Spritzbetonschale. Die Planung berücksichtigt die Randbedingungen der Bahnanlage, die vorhandene Hang- bzw. Gewässerlage, die Entwässerung sowie die bauzeitliche Andienung der Baustellen.
Projektskizze
Die Maßnahme umfasst die Planung von vier Stützbauwerken an der Strecke 6686.
Ersatz bzw. Ertüchtigung der Stützwand bei km 6,370 als tangierende Bohrpfahlwand mit Böschungssicherung am Ufer der Sormitz
Erneuerung der Stützwand bei km 11,430 durch eine vorgesetzte Gabionenwand mit Streifenfundament, Hinterfüllung und Entwässerung
Ersatzneubau der Stützwand bei km 12,145 als tiefgegründete Stahlbetonkonstruktion mit Bohrpfählen, Pfahlkopfbalken, aufgehender Wand und abschnittsweiser Rückverankerung
Sicherung des Bauwerks bei km 17,237 durch Bodenvernagelung, bewehrte Spritzbetonschale, Kopf- und Fußbalken sowie Mikropfahlgründung
Berücksichtigung der eingleisigen, nicht elektrifizierten Bahnstrecke mit einer örtlich zulässigen Geschwindigkeit von 60 km/h
Planung unter Berücksichtigung von Bestandstragwerken, Entwässerung, Kabelanlagen, Baugrund und Baulogistik
Leistungen
Objektplanung Ingenieurbauwerke, Leistungsphasen 3 bis 4
Tragwerksplanung, Leistungsphasen 3 bis 4
Besonderheiten
Vier unterschiedliche Bauwerkslösungen innerhalb eines Streckenabschnitts
Planung im Bestand an einer eingleisigen Bahnstrecke
Beengte Verhältnisse zwischen Bahntrasse, Hang, Bundesstraße B90 und Gewässer
Bauwerke in steiler Hanglage mit eingeschränkter Zugänglichkeit
Berücksichtigung von Gewässernähe und Hochwasser- bzw. Kolkschutz
Sicherung vorhandener Kabelanlagen im Bereich der Bahnstrecke
Bauzeitliche Einschränkungen des Bahn- und Straßenverkehrs standortabhängig zu berücksichtigen